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Beim Welcome Meetup hat Nelly die Initiative Schlafplatzorga vorgestellt. Ehrenamtliche vermitteln Schlafplätze an Menschen, die sie brauchen. Das kann eine freie Couch, ein leeres WG Zimmer oder auch einfach eine Gästematratze sein. Mehr über Schlafplatzorga und wie ihr die Initiative unterstützen könnt, erfahrt ihr im Interview.

Hey Nelly, wie, wann und wo entstand die Idee zur Schlafplatzorga?

Eigentlich war das gar keine Idee. Als damals der Oranienplatz geräumt wurde, gab es immer wieder Menschen, die den Besetzer*innen Schlafplätze bei sich zuhause angeboten haben und Menschen, die das organisiert haben. Die Schlafplatzorga hat dann einfach mit dieser Arbeit nicht mehr aufgehört.

Gepostet von Refugees Welcome Meetup Berlin am Donnerstag, 13. September 2018

Nelly von Schlafplatzorga auf dem Welcome Meetup

Wie funktioniert das genau?

Wir haben drei Mal in der Woche eine Art “Sprechstunde”, zu der Menschen, die für die selbe Nacht oder zeitnah einen Schlafplatz brauchen, vorbei kommen können. Wir telefonieren dann alle Leute durch, bei denen man vielleicht übernachten könnte. Wenn gar nichts privates geht, dann versuchen wir an die Berliner Kältehilfe zu vermitteln. Da sind die Bedingungen aber doch eher schlecht und oft nicht ausreichend Platz, außerdem braucht man für manche dieser Orte Ausweisdokumente, also versuchen wir das zu vermeiden. Es gibt auch Menschen, die sich entscheiden, lieber auf der Straße zu schlafen, als in diesen öffentlichen Einrichtungen.

Das alles macht ihr ehrenamtlich. Wie viele Schlafplätze konntet ihr bereits vermitteln?

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Das es dieses Problem gar nicht mehr gibt! Es kann eigentlich nicht sein, dass Menschen auf Grund ihres Geburtsortes von so einem grundlegenden Menschenrecht wie dem Recht auf Wohnen ausgeschlossen werden!

Ganz genau kann ich das nicht sagen, aber seid vier Wochen, vielleicht jede Woche zwischen 3 und 10 kurzfristigen Plätzen und im Jahr zwischen 6 und 20 Angebote, die länger als einen Monat gehen? Aber das ist wirklich eine grobe Schätzung.

Was war die größte Herausforderung dabei?

Ich finde, es ist die größte Herausforderung, die Anbieter*innen zu finden! Oder eben damit klar zu kommen, Menschen wieder raus auf die Straße schicken zu müssen, dass ist fast jeden Abend so.

Ist es kompliziert, einen Schlafplatz anzubieten? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Es ist eigentlich ganz einfach. Die Voraussetzung ist ein Schlafplatz. Das kann ein Sofa sein, eine extra Matratze, die rausgelegt wurde, ein Hochbett im Flur oder ähnliches. Wir vermitteln ab einer Übernachtung. Und wie das genau abläuft, hängt auch einfach von den Angeboten ab. Wenn es ein Kennenlernen geben soll, versuchen wir, das zu organisieren. Wir schicken aber auch einfach Menschen abends vorbei. Manchmal kommt es natürlich auch zu Konflikten innerhalb der WG, dann versuchen wir so gut wir können, zu unterstützen.  

Danke dir für das schöne Interview! Wir wünschen euch viel Erfolg.

Schlafplatzorga im Netz

Website: sleepingplaceberlin.wordpress.com
Facebook: fb.com/schlafplatzorga/

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