Foto: Andreas Lander

Männer und Frauen sind gleichberechtigt

In der Kampagne #zeigtgesicht rufen wir in diesem Jahr dazu auf, für unsere Grundrechte einzustehen: mit einem Selfie, einer Geschichte und eurem Lieblings-Grundgesetz. Andere haben uns auf Veranstaltungen wie der re:publica oder dem Tag der offenen Tür im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz besucht und sich für ein Grundrecht portraitieren lassen. Aus all diesen Beiträgen haben wir einen Post ausgewählt, jetzt ist es soweit.

In diesem Monat wird Stefanie Probst auf einem Bus der Berliner Verkehrsbetriebe einen Monat lang für ihr favorisiertes Grundrecht werben: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Wir haben mit ihr während des Shootings auf dem WelcomeCamp über ihr Engagement im Rahmen der Kampagne gesprochen.

Wichtig ist, dass man nicht gleichgültig durch die Welt geht

Media Residents: Hi Stefanie! Stell dich doch bitte einmal vor.

Stefanie: Hallo, ich bin 44 Jahre alt und komme aus Berlin und ja, ich bin hier geboren, mitten in Mitte. Ich mach was mit Filmen. Als Szenenbildnerin, Freiberuflerin. Ich drehe Werbungen, historische Dokumentationen und Musikvideos. 

MR: Du bist Berlin treu geblieben. Was ist für dich das besondere an dieser Stadt?

Stefanie: Der Wandel. Berlin bewegt sich ständig. Berlin ist immer anders. Viele kritisieren den Wandel, der aktuell in Berlin stattfindet, aber für mich als Berlinerin gehört diese Phase absolut dazu. Es war doch schon immer so. Ich kenne Berlin nicht anders, wer Stillstand will, lebt einfach in der falschen Stadt. 

MR: Du hast bei unserer Kampagne #zeigtgesicht zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes mitgemacht. Darüber freuen wir uns sehr. Was hat dich motiviert?

Stefanie: Ich finde es in der heutigen Zeit sehr wichtig, sich darauf zu besinnen, was für Werte wir haben und das diese jeden Tag aufs neue verteidigt werden müssen. Es gibt einfach zu viele Arschlöcher, die mit unserer Demokratie nix mehr anfangen können und wollen. 

MR: Wie bist du auf die Aktion aufmerksam geworden?

Stefanie: Im Zuge der re:publica habe ich bei vielen Leuten aus meinem Netzwerk, die Fotos online gesehen, die dort entstanden waren und wollte dann auch mitmachen. Also, wenn das euer Plan mit dem Fotozelt auf der #rp19 gewesen ist, hat er ziemlich gut funktioniert.

Die Rechte der Frauen sind in Gefahr

MR: Für dein Portrait hast du dich für den Artikel 3, Absatz 2 des deutschen Grundgesetzes entschieden: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Warum hast du gerade dieses Grundrecht ausgewählt?

Stefanie: Ich hatte gesehen, das viele den Artikel 1 genommen haben, der natürlich auch wichtig ist, wollte aber auch auf die anderen Artikel aufmerksam machen. Ich stelle immer wieder fest, dass es ein absolutes Umdenken geben muss, auch bei mir selber und auch wenn schon viel erreicht wurde, wir wirklich noch einiges zu tun haben. Durch den großen Einfluss der Religionen in Zeiten wie diesen, neigen Menschen wieder verstärkt zu Klischeedenken und zu Rückschritten, so dass die Rechte der Frauen, wieder sehr in Gefahr sind. 

MR: Das klingt nicht sehr positiv.

Stefanie: Leider nein, aber das es dieses Grundrecht gibt, ist schon mal ein sehr guter Ansatz, um sich immer wieder klar zu machen, dass es wichtig ist.

Foto: Andreas Domma

MR: Was bedeutet für dich gesellschaftliches Engagement über solche Bekenntnisse hinaus? 

Stefanie: Das wichtigste ist, dass man nicht gleichgültig durch die Welt geht und miteinander redet. So fängt gesellschaftliches Engagement zumindest an. Ansonsten kann und möchte ich das nicht für andere definieren. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich jede und jeder engagieren kann, engagieren sollte. Mit wieviel Aufwand das jeweils geschieht, ist absolut abhängig vom eigenen Leben, den eigenen Fähigkeiten und der Zeit, die man hat. Selbst ein Posting in den sozialen Medien kann einiges bewirken. In dem Zusammenhang ist Meinungsfreiheit nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verpflichtung, um andere Menschen ebenfalls dazu zu motivieren, die Welt ein bisschen besser zu machen. 

MR: Danke dir für dein Engagement sowie deine Zeit und freuen uns darauf, dein Motiv auf dem Bus  zu sehen!

Kampagne zum 70. Geburtstag der Grundrechte

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Gesicht Zeigen!
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greift ein – für ein
weltoffenes Deutschland.

www.gesichtzeigen.de

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