Mohamed Amjahid lebt unter Weißen #vielfaltdurchlesen

Mohamed Amjahid ist in Frankfurt am Main geboren, seine Eltern kamen als Industriearbeiter bzw. Reinigungskraft aus Marokko. Tätigkeiten, die von Deutschen nicht gemacht werden konnten oder wollten. Nach der Rückkehr in ihre Heimat besuchte er dort die Schule. Für sein Studium der Politikwissenschaften kehrte er zurück nach Deutschland und absolvierte 12 unbezahlte Praktika, bevor er anfing, als Reporter, unter anderem für das ZEITmagazin, zu arbeiten.

Alltagsrassismus erlebte er in den unterschiedlichsten nicht-öffentlichen Räumen, auch und gerade in der Medienbranche, die immer noch geprägt ist von sehr extrovertierten, oft „alten, weißen Männern“. Viele seiner besten Freunde seien sogar alte weiße Männer, wie er nur halb im Scherz betont und oft: “definitive fine people”.

Dennoch, oder gerade deshalb, beschäftigen ihn die Themen Vielfalt, Integration und Alltagsrassismus nicht nur im Rahmen seiner Arbeit. Diskriminierung ist für ihn Machtmissbrauch. Eine Mitschuld tragen fehlende Perspektiven in der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei gibt es so viele unveröffentlichte Geschichten auch in Verbindung mit Talent in der Branche, die aufgrund ihrer Minderheitenzugehörigkeit zu selten ihren Markt bzw. ihre Stellung in der Gesellschaft finden.

Was es heißt, privilegiert zu sein

Anders als Mohamed; er ist stolz auf die erarbeiteten Privilegien, die er inzwischen genießt. Seine Erfahrungen und Beobachtungen im Zusammenspiel von Biografien, Vorurteilen und Stereotypen hat er im Buch „Unter Weißen: was es heißt, privilegiert zu sein.“ (erschienen im Hanser-Verlag) festgehalten und mit seinen Lösungsansätzen Selma vom binooki Verlag zur Aktion #vielfaltdurchlesen inspiriert.

In der ersten Folge dieses Podcasts erzählt er außerdem, welchen Einfluss RTL Punkt 12 – laut seiner Mutter – auf seine Karriere hatte, wie es in den Medien um den Pressekodex bestellt ist und was notwendig ist, um den Zugang zur Literatur für die Gesellschaft zu erleichtern.

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