Herzlich Willkommen zur Antirassismus Gameshow!

#MittederGesellschaft

Die Moderatorin Melissa Lee, zwei Experten und sechs Kandidat*innen stellen sich einer Frage: wie aufgeklärt ist die Mitte der Gesellschaft, wie aufgeklärt sind wir alle?

Es geht um Sichtbarmachung und Sensibilisierung zum Thema Rassismus in öffentlichen sowie geschlossenen Räumen und darum, wie und wo sich jede*r Einzelne positionieren kann oder bereits positioniert.

Hier haben wir die einzelnen Aktionen und Spiele aus der Show gesammelt; zum Nachlesen, Nachspielen und vor allem zum Nachdenken.

Schaut euch die Show an und versucht euch selbst an den Spielen. Wir sind gespannt auf euer Feedback!

Modul 1: Mitte der Gesellschaft

Im namensgebenden Einstiegsmodul der Show geht es darum, sich mit Privilegien auseinanderzusetzen; den vorhandenen und den nicht-vorhandenen, den eigenen und denen, im direkten Umfeld.

Wir wollen deutlich machen, dass Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder Kultur nicht von Diskriminierungen betroffenen sind, auch gesellschaftlich besser gestellt sein können.

Frage 1: Fühlst du dich sicher genug, um nachts alleine im Park spazieren zu gehen?

Frage 2: Bist du frei von persönlichen Angriffen und Beleidigungen im Internet?

Frage 3: Hast du dieselben Karrierechancen wie andere mit ähnlichen Qualifikationen?

Frage 4: Darfst und kannst du wohnen, wo du möchtest?

Frage 5: Darfst du bei der nächsten Kommunalwahl deine Stimme abgeben?

Frage 6: Kannst du problemlos ein Familienfest in der Heimat deiner Großeltern besuchen?

Frage 7: Kannst du in einer Beziehung deine Partner*innen in der Öffentlichkeit bedenkenlos küssen?

Frage 8: Ist es für dich normal, nicht von der Polizei kontrolliert zu werden?

Das war's schon! Wie viele von acht möglichen Punkten wurden erreicht? Diskutiert die Ergebnisse mit euren Freund*innen und Kolleg*innen. Es ist der optimale Einstieg für die nun folgenden Spiele.

Beantwortet die Fragen mit ja oder nein, um eure Position innerhalb der Gesellschaft festzustellen.

Spiel 1: Ist das schon rassistisch?

Im ersten Spiel dreht sich alles um die Frage, welche Äußerungen als rassistisch zu werten sind und welche „nur“ beleidigend, ausgrenzend oder schlicht rücksichtslos sind. Der Grad dazwischen ist schmal und hält vielleicht auch für euch die eine oder andere Überraschung bereit. Unsere Experten Aidin und Vincent ordnen die Statements jeweils für euch ein.

Informationen zu den verschiedenen Rassismen findet ihr in unserem Glossar:

So sei “die durchschnittliche Intelligenz der Afrikaner niedriger als die anderer”.

Bevölkerungsforscherin: Charlotte Höhn, 1994

Vincent: Das ist eindeutig rassistisch. Hier kann man von klassischem biologischen und kolonialen Rassismus sprechen, der sich gegen Afrikaner*innen wendet. Dieser teilt Menschen in Gruppen ein und spricht ihnen Fähigkeiten ab oder in diesem Beispiel eben die Intelligenz. 

„Das ist aber ein süßes Schokokind.“

Die deutsche Nachbarin zum Nachwuchs ihrer afrikanischen Nachbarfamilie.

Aidin: In solchen Fällen redet man oft von „positivem Rassismus“. Für Betroffene gibt es aber keinen „positiven“ Rassismus. Die Hautfarbe ist in diesem Zusammenhang völlig unwichtig.

Vincent: Besonders die Verbindung Schokolade und Afrika hat viel mit kolonialer Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskraft zu tun. 

„Er hat nichts gegen Juden …, er hat was gegen Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen.“

Mutter des Attentäters von Halle (Oktober 2019)

Aidin: Diese Aussage ist klar antisemitisch*. Es geht es zwar nicht um äußere Merkmale, aber um den jüdischen Glauben an sich.

Vincent: Zudem werden hier typische Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit Juden bedient bzw. aufgegriffen.

*Antisemitismus kennzeichnet sich häufig dadurch aus, dass den Juden Macht zugesprochen wird. Eine Eigenschaft, die es so in anderen Formen der Rassismen nicht zu finden ist.

„Ich würde so gern mal einen Asiaten daten.“

Eine deutsche Studentin über ihre sexuellen Vorlieben.

Aidin: Die “Asiat*innen” an sich gibt es nicht und Herkunftsländer sollten in der Liebe auch keine Rolle spielen.

Vincent: In dem Beispel geht es nicht um das reale Gegenüber, sondern um die  Vorstellung einer Person, die sehr stark mit exotisierenden und damit rassistischen Stereotypen versehen sind.

„Meine Frisur ist ein modisches Accessoir. Mehr nicht.“

Ein junger Mensch, der nur steht auf Dreadlocks steht …

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen kultureller Aneignung und kultureller Wertschätzung. Die Definitionshoheit liegt hier bei der womöglich diskrimierten Personengruppe und und ihrem Willen an einem entsprechenden (Ideen-)Austausch.

„Das Kopftuch ist ein Mittel zur Unterdrückung von Frauen und sollte deswegen verboten werden.“

Muslimische Frau aus Marokko

Aidin: Hierbei handelt es sich nicht um Rassismus. Dennoch ist es diskriminierend, antifeministisch und stark klischeebehaftet, denn Nicht jede Muslima trägt ein Kopftuch.

Vincent: Selbst wenn, bedeutet das noch nicht, dass sie unterdrückt wird. Jede Muslima kann und sollte selbst entscheiden, was sie tragen will. Da braucht es keine anderen, die das für sie tun. 

Was glaubt ihr: Ist das schon rassistisch? Unsere Experten Aidin und Vincent klären auf.

Spiel 2: Wer hat’s gesagt?

In diesem Spiel sind die Aussagen und ihre rassistischen Ausrichtungen von Personen des öffentlichen Lebens leichter erkennbar.

Es geht also nicht um den Inhalt der Statements, sondern darum, wer hinter den einzelnen Statements steht und wie tief Rassismen in den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten verankert sind.

“Wenn ein afrikanischer Mann 100 Dollar verdient, bringt er 30 Dollar nach Hause. Und du weißt, was er mit dem Rest macht: Alkohol, Suff, Drogen, Frauen.”

 

  • US-Präsident Donald Trump oder
  • Entwicklungsminister Gerhard Müller (CSU)

Entwicklungsminister Gerhard Müller (CSU)

bei einem Kongress der Union in Bonn, am 2. November 2016.

Quelle: zeit.de

“Deutschsein ist die Summe der Menschen die in Deutschland leben.”

 

  • Faschist Björn Höcke oder
  • Aktivist Ali Can

Ali Can

in einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD vom 17. November 2019.

Quelle: derstandard.at

“Vorgeschlagene Nachmieter*innen müssen nicht akzeptieren werden, wenn diese der nicht-seßhaften Minderheit Sinti und Roma angehören.”

 

  • Amtsgericht Bochum oder
  • Landgericht Berlin

Amtsgericht Bochum

im September 1996.

Quelle: taz.de

“Wir betrachten andere Lebensformen als tolerabel, aber nicht als gleichwertig.”

 

  • Volker Kauder (CDU) oder
  • Hans-Ulrich Rülke (FDP)

Hans-Ulrich Rülke (FPD)

zur Bildungsplan-Reform der grün-roten Landesregierung in Baden-Würrtemberg im Jahr 2014. Quelle: stuttgarter-zeitung.de

“Die Türken aber kommen aus einer anderen Kultur … Es ist unmöglich, sie zu assimilieren.”

 

  • Helmut Kohl (CDU) oder
  • Alexander Gauland (AfD)

Helmut Kohl (CDU)

am 28. Oktober 1982, lt. eines Geheimpapiers der britischen Regierung.

Quelle: spiegel.de

“Harry und Meghan werden ja nicht König und Königin. Da können wir uns auch mal so ein exotisches Paar leisten – ich sag es mal so salopp.”  

 

  • Russia Today oder
  • ZDF

 

ZDF

während der Live-Übertragung der Hochzeit von Harry und Meghan im Mai 2018.

Quelle: meedia.de

Na, wer hat’s gesagt? Für Fortgeschrittene: aus welchem Jahr stammt das Statement?

Spiel 3: Zur Sache schätzen

Deutschland ist ein Einwanderungsland und die große Mehrheit steht für Willkommenskultur, engagiert sich im Ehrenamt und zeigt Gesicht für Weltoffenheit und Toleranz.

Hier geht es um die guten und vielleicht überraschenden Nachrichten, abseits von Montagsdemonstrationen, Anschlägen und digitaler Hetze.

In wie vielen Orten gab es am 15. Juni 2019, zum Tag der offenen Gesellschaft, Aktionen und Veranstaltungen?

Antwort: Der Tag der offenen Gesellschaft fand 2019 in 700 Orten statt. Zehntausende Menschen haben mitgemacht.

Quelle: bvda.de

Wie viele Menschen haben sich im Herbst 2019 kurzfristig, innerhalb einer Woche, an der #unteilbar-Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin beteiligt?

Antwort: Ca. 8.000 Menschen versammelten sich spontan bei der #unteilbar Demo auf dem Gendarmenmarkt in Berlin.

Quelle: zdf.de

Wie viele Beiträge wurden im zweiten Halbjahr 2018 von Youtube wegen Hassrede oder politischem Extremismus, wegen Persönlichkeitsverletzung oder Beleidigung in Deutschland gesperrt?

Antwort: Im 2. Halbjahr 2018 wurden 30.000 Kommentare wegen Beleidigung, Hassrede, oder politischem Extremismus auf Youtube gesperrt.

Quelle: spiegel.de

Wie viel Prozent der deutschen Bevölkerung arbeitet ehrenamtlich bei einer Organisation, Initiative, Verein oder etwas Ähnlichem?

Antwort: Aktuell engagieren sich 19,27% der deutschen Bevölkerung ehrenamtlich. Das entspricht ca. 19 Millionen Menschen.

Quelle: statista.de

Gesucht werden absolute Zahlen oder Angaben in Prozent.

Spiel 4: Tabu

People of Colour werden innerhalb der Gesellschaft aufgrund ihrer Äußerlichkeiten oder ihrer Weltanschauung wahrgenommen und beschrieben. Den weißen Teilen der Gesellschaft passiert das eher selten bis gar nicht.

Was ist dein persönliches Tabu-Wort, wie möchtest du nicht oder nicht mehr genannt werden? Teile mit uns deine Erfahrungen und schick uns eine Mail an hub@media-residents.de!

Alternativtext

Deniz Yücel

  1. Türkei
  2. Welt
  3. Gefängnis
  4. Agentterrorist
  5. taz

Barack Obama

  1. USA
  2. Präsident
  3. Yes, we can
  4. Trump
  5. Michelle

Dunja Hayali

  1. ARD
  2. Morgenmagazin
  3. Spielautomaten
  4. Fernsehsender
  5. Moderatorin

Alice Weidel

  1. AfD
  2. Schießen
  3. Politikerin
  4. political correctness
  5. Steuerbetrug

Lionel Richie

  1. Sänger
  2. Soul
  3. Grammy
  4. Oscar
  5. All Night Long

Elyas M’Barek

  1. Fack ju Göthe
  2. Tatort
  3. Schauspieler
  4. Türkisch für Anfänger
  5. Der Medicus

Greta Thunberg

  1. Schulstreik
  2. Schweden
  3. Aktivistin
  4. Fridays for Future
  5. How dare you

Bushido

  1. Abou-Chaker
  2. Berlin
  3. Tattoo
  4. Rapper
  5. Hals

Alice Schwarzer

  1. Emma
  2. Feminismus
  3. Sexist des Jahres
  4. Magazin
  5. Frauenbewegunga

Jerome Boateng

  1. Fußball
  2. Bayern München
  3. Bundesliga
  4. Nachbar
  5. Gauland

Beyoncé

  1. Grammy
  2. Single Ladies
  3. Sängerin
  4. Destiny’s Child
  5. Jay-Z

Serena Williams

  1. Tennis
  2. Zwillinge
  3. Venus
  4. Wimbledon
  5. Nike

Jan Fleischhauer

  1. Spiegel
  2. Focus
  3. Schickeria
  4. Kolumnist
  5. Der schwarze Kanal

Nazan Eckes

  1. RTL
  2. Punkt 12
  3. Moderatorin
  4. Let’s Dance
  5. Das Supertalent

Martin Luther King

  1. Traum
  2. Bürgerrechtsbewegung
  3. Pastor
  4. Attentat
  5. Nobelpreis

Donald Trump

  1. USA
  2. Präsident
  3. Orange
  4. Ivanka
  5. Make America great again

Idil Baydar

  1. Jilet Ayşe
  2. Berlin
  3. Kabarettistin
  4. Jogginghose
  5. Youtube

Alicia Keys

  1. Fallin‘
  2. Sängerin
  3. Soul
  4. Grammy
  5. Ungeschminkt

Rezo

  1. Youtube
  2. Blaue Haare
  3. CDU Zerstörung
  4. Politik
  5. Videos

Charlotte Roche

  1. Feuchtgebiete
  2. Autorin
  3. Podcast
  4. Bungeesprung
  5. viva 2

Samy Deluxe

  1. Rap
  2. Hamburg
  3. MTV Unplugged
  4. Weck mich auf
  5. Musiker

Könnt ihr die prominenten Menschen beschreiben, ohne Rassismen zu reproduzieren und ohne Äußerlichkeiten zu benennen?

Coping with Racism

Ihr merkt, dass Thema Rassismus kann ziemlich kompliziert sein. Auf der sicheren Seite sind wir alle, wenn wir zuhören und wenn wir versuchen, uns in unsere Mitmenschen sowie Gesprächspartner*innen hinein zu versetzen. Wenn wir einfach auf Klischees und Vorurteile verzichten, egal wie ironisch oder nett diese gemeint sein könnten.

Mit den knallbunten Spielen von Gesicht Zeigen! e.V. kommt ihr auf einfache Weise mit euren Mitmenschen ins Gespräch. Viel Spaß!

Die Gesicht Zeigen!-Spiele bewegen nicht nur Gedanken, sondern laden auch zur aktiven Positionierung im Raum ein.

Einfach auf ein Foto klicken, um zur Seite mit allen Spielen zu gelangen.

Der Islam
– ein Wissensspiel

Stopp-OK
– ein Moderationsspiel

Weiße können nicht rappen – ein Positionsspiel

Alles gewusst?

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greift ein – für ein
weltoffenes Deutschland.

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